Kindergeldanspruch nach Abschluss der Ausbildung (Nachricht S 2016/001)

Service - LogoFamilienrecht - LogoNach Abschluss einer Berufsausbildung besteht nach § 32 EStG ein Anspruch auf Kindergeld grundsätzlich dann nicht mehr, wenn das Kind nach Abschluss der erstmaligen Berufsausbildung einer Erwerbstätigkeit im Umfang von mehr als 20 Stunden wöchentlich nachgeht.

Das Kind wird als anspruchsberechtigt i. S. d. § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG nur dann berücksichtigt, wenn es nach der Erstausbildung oder dem Erstabschluss eines Studiums, keiner Erwerbstätigkeit nachgeht.

Der Bundesfinanzhof (BFH V R 27/14 vom 15. April 2015) stellte nun den Anspruch eines Antragstellers fest, dessen Kind zwar eine Erstausbildung abgeschlossen und in diesem Beruf auch für ein paar Monate gearbeitet hatte, jedoch das Kind von vornherein vorhatte, eine qualifiziertere Ausbildung (mehrstufige Ausbildung) anzuschließen, deren Grundvoraussetzung der Abschluss der Erstausbildung war. Das höchste deutsche Finanzgericht formulierte:

Mehraktige Ausbildungsmaßnahmen sind Teil einer einheitlichen Erstausbildung, wenn sie zeitlich und inhaltlich so aufeinander abgestimmt sind, dass die Ausbildung nach Erreichen des ersten Abschlusses fortgesetzt werden soll und das –von den Eltern und dem Kind– bestimmte Berufsziel erst über den weiterführenden Abschluss erreicht werden kann (Anschluss an BFH-Urteil vom 3. Juli 2014 III R 52/13, BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152).

Eltern sollten sich daher bei einem vergleichbaren Werdegang ihrer Kinder nicht ohne weiteres auf den erfolgten Erstabschluss einer Berufsausbildung ihres Kindes verweisen lassen, sondern im Streitfall mit der Familienkasse die Sache auch notfalls einer gerichtlichen Klärung zuführen.

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