Auf den ernstlichen Testierwillen kommt es an!

Vollmacht oder Testament?

Nachricht E007/2018

Ist ein ernstlicher Testierwille erkennbar, so kann das Testament auch anders überschrieben sein, z. B. als Vollmacht bezeichnet sein.

Vor dem Landgericht Paderborn zum Aktenzeichen 2 O 148/16 und in der Berufungsinstanz vor dem OLG Hamm zum Aktenzeichen 10 U 64/16 hat Rechtsanwältin Nadine Becker ein im Bereich des Erbrechts wichtiges Urteil erstritten.

Gegenstand der Streitigkeiten war die Auslegung zweier handschriftlich geschriebener und unterschriebener Schriftstücke als Testament, welche jedoch nicht als solche, sondern als „Vollmacht“ überschrieben waren. Sowohl das LG Paderborn (2 O 148/16), als auch das OLG Hamm (10 U 64/16) bestätigten die Schriftstücke als Testamente, weil sie den formalen Anforderungen an ein privatschriftliches Testament genügten und ein ernstlicher Testierwille vorgelegen habe.

Wir verweisen insoweit auf den Artikel im Lokalteil der Dürener Zeitung vom 24.01.2018 sowie die  Pressemitteilung des OLG Hamm vom 17.01.2018.

 

 

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3 comments

  1. Danke für diesen interessanten Beitrag. War sehr gut formuliert. Stimmt es, dass die wenigsten Menschen mit einem Testament vorsorgen…hatte ich neulich gelesen??

    1. Vielen Dank für das Lob!

      In der Tat hat nur eine Minderheit der Deutschen ein Testament oder vergleichbare letztwillige Anordnungen getroffen. Laut „Statista“ gaben nur 25,8 % der Teilnehmer dieser Befragung an, ein Testament errichtet zu haben. Dies, obwohl zum Teil erhebliche Vermögenswerte zu vererben sind (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2313/umfrage/testament-oder-erbvertrag-vorhanden/).

      Auch aus unserer täglichen Praxis heraus können wir bestätigen, dass ein Großteil der Rechtssuchenden aus verschiedensten Gründen kein Testament errichtet haben. Dies ist umso verwunderlicher, als dass häufig erhebliche Vermögen in ungeteilte Erbengemeinschaften nach Tod des Erblassers übergehen und so oft langwierige und kostenintensive Streitigkeiten bei der Auseinandersetzung des Erbes vorprogrammiert sind.

      Vor allen Dingen Erblasser mit erheblichen Vermögen sollten sich bei der Gestaltung ihres letzten Willens umfassenden Rechtsrat einholen. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Inhaber von Unternehmen.

      1. Richtig, so ist es! Leider denken die Leute häufig nicht rechtzeitig drüber nach.

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